
Der Schweizer Immobilienmarkt verzeichnete im ersten Quartal 2025 einen Preisanstieg von 3,6 Prozent bei Einfamilienhäusern im Vergleich zum Vorjahr – nach nur 0,5 Prozent im ersten Quartal 2024. Bei solchen Schwankungen kann eine ungenaue Bewertung rasch zu Verkaufsverlusten zwischen 20’000 und 60’000 Franken führen. Eigentümer in Zürich, Bern oder Basel greifen deshalb zunehmend zu Online-Bewertungstools, um den aktuellen Marktwert ihrer Liegenschaft zu ermitteln.
Die Auswahl ist gross: Von Vergleichsportalen wie Comparis über Immobilienplattformen wie Homegate und ImmoScout24 bis zu spezialisierten Anbietern wie RealAdvisor versprechen zahlreiche Dienste kostenlose Schätzungen innerhalb weniger Minuten. Doch wie zuverlässig sind diese Algorithmen wirklich? Und nach welchen Kriterien sollten Sie das passende Tool für Ihre Situation auswählen?
Die Präzision einer Online-Bewertung hängt von messbaren Faktoren ab: der Anzahl analysierter Bewertungskriterien, der Diversität der Datenquellen und der Aktualität der Marktdaten. Während einfache Vergleichswertverfahren oft nur 30 bis 40 Kriterien berücksichtigen, arbeiten fortgeschrittene Systeme mit über 70 Parametern und kombinieren mehrere Datenmodelle – von aktiven Inseraten bis zu tatsächlichen Verkaufspreisen aus dem Swiss Real Estate Datapool.
Dieser Vergleich analysiert die fünf wichtigsten Bewertungsmethoden in der Schweiz anhand von sechs objektiven Kriterien und zeigt auf, welches Tool für welche Nutzersituation am besten geeignet ist.
Ihre 3 Kernerkenntnisse in 30 Sekunden :
- RealAdvisor analysiert 70 Kriterien (20 zur Immobilie, 50 zum Standort) – typische Wettbewerber arbeiten mit 30 bis 40 Parametern
- Drei kombinierte Datenmodelle (aktive Inserate, tatsächliche Verkäufe aus dem Swiss Real Estate Datapool, Eigentümerdaten) liefern präzisere Schätzungen als Einzelquellen
- Kostenlose Online-Bewertung in drei Minuten eignet sich ideal für erste Orientierung – bei aussergewöhnlichen Objekten bleibt ein Experte vor Ort unverzichtbar
Diese Analyse basiert auf sechs messbaren Kriterien und vergleicht die methodische Qualität von fünf Bewertungssystemen. Die folgenden Abschnitte zeigen auf, welche Faktoren die Zuverlässigkeit einer digitalen Immobilienschätzung bestimmen und wie Sie das passende Tool für Ihre individuelle Situation auswählen.
Entscheidend für präzise Schätzungen sind die Anzahl berücksichtigter Bewertungskriterien, die Diversität der Datenquellen und die Aktualität der Marktinformationen. Während einfache Systeme sich auf Basisfaktoren beschränken, analysieren fortgeschrittene Algorithmen bis zu 70 Parameter – von objektbezogenen Merkmalen wie Wohnfläche und Baujahr bis zu Standortfaktoren wie ÖV-Anbindung, Schulqualität und Lärmbelastung. Die Kombination mehrerer Datenmodelle reduziert methodische Verzerrungen und führt zu verlässlicheren Ergebnissen als die Auswertung einzelner Quellen.
Plan de l’article
Was macht eine Online-Immobilienbewertung in der Schweiz zuverlässig?
Die Zuverlässigkeit einer digitalen Immobilienschätzung lässt sich nicht am Preis ablesen – sie zeigt sich in der Methodik. Während viele Nutzer davon ausgehen, dass kostenlose Tools grundsätzlich ungenau arbeiten, belegen Marktanalysen das Gegenteil: Entscheidend sind die Anzahl der berücksichtigten Bewertungskriterien, die Diversität der verwendeten Datenquellen und die Aktualität der Marktinformationen.
Die hedonische Bewertungsmethode bildet heute den Standard für automatisierte Immobilienschätzungen in der Schweiz. Dieses Verfahren analysiert mittels multivariater Regression den Einfluss jedes einzelnen Faktors auf den Verkaufspreis – von der Wohnfläche über das Baujahr bis zur Qualität der öffentlichen Verkehrsanbindung. Je mehr Kriterien ein Algorithmus erfasst, desto präziser kann er den Marktwert einer spezifischen Liegenschaft bestimmen.
Die hedonische Methode – wie funktioniert sie?
Multivariate Regression analysiert Tausende historische Verkäufe und errechnet den statistischen Einfluss jedes einzelnen Faktors auf den Preis. Je mehr Kriterien das Modell berücksichtigt (Grösse, Alter, ÖV-Nähe, Schulqualität, Lärmbelastung), desto genauer bildet es die tatsächliche Preisbildung am Markt ab. Der Swiss Valuation Standard (SVS) definiert dieses Verfahren als anerkannte Hauptmethode für Standardimmobilien.
Ein typisches Einfamilienhaus wird durch mindestens 20 objektbezogene Merkmale charakterisiert:
- Wohnfläche
- Anzahl Zimmer
- Grundstücksgrösse
- Baujahr
- Renovierungszustand
Doch die wahre Differenzierung entsteht durch Standortkriterien – und hier zeigen sich gravierende Unterschiede zwischen den Bewertungssystemen. Während einfache Tools lediglich die Postleitzahl oder Gemeinde berücksichtigen, analysieren fortgeschrittene Algorithmen bis zu 50 lokale Faktoren:
- ÖV-Anbindung
- Distanz zu Schulen und Einkaufsmöglichkeiten
- kommunale Steuersätze
- Lärmkarten
- Luftqualität im Mikrostandort

Die zweite Säule der Zuverlässigkeit betrifft die Datengrundlage. Online-Schätzungen können auf drei unterschiedlichen Quellen basieren: aktive Inserate auf Immobilienportalen, tatsächliche Verkaufspreise aus offiziellen Registern (Swiss Real Estate Datapool) oder von Eigentümern selbst deklarierte Werte. Jede dieser Quellen weist spezifische Verzerrungen auf. Angebotspreise liegen systematisch über den tatsächlich erzielten Verkaufspreisen – die Differenz beträgt in angespannten Märkten oft zwischen fünf und 15 Prozent. Tools, die ausschliesslich Inseratedaten analysieren, tendieren daher zur Überbewertung.
Wie der SNB-Finanzstabilitätsbericht 2025 belegt, stieg das Wachstum der Transaktionspreise bei Einfamilienhäusern von 0,5 Prozent im ersten Quartal 2024 auf 3,6 Prozent im ersten Quartal 2025. Solche Dynamiken erfassen nur jene Bewertungssysteme zuverlässig, die regelmässig aktualisierte Verkaufsdaten integrieren – nicht bloss historische Durchschnittswerte aus vergangenen Jahren.
5 Online-Tools im direkten Vergleich : Die Übersicht
Der Schweizer Markt bietet eine überschaubare Anzahl etablierter Bewertungsplattformen – jede mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen. Die folgende Gegenüberstellung vergleicht die fünf wichtigsten Optionen anhand messbarer Kriterien: Anzahl der Bewertungsparameter, Diversität der Datenquellen, Geschwindigkeit der Ergebnislieferung, Kostenstruktur, Aktualisierungsrhythmus und Möglichkeit zur Verfeinerung durch lokale Experten.
Diese Analyse ermöglicht es Ihnen, auf einen Blick zu erkennen, welches System die umfassendste Datenbasis nutzt und wo methodische Schwachstellen liegen.
Daten vergleichend erhoben und aktualisiert im Februar 2026.
| Tool / Methode | Anzahl Bewertungskriterien | Datenquellen | Geschwindigkeit Ergebnis | Kosten | Aktualisierung | Expertenverfeinerung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| RealAdvisor | 70 (20 Immobilie + 50 Standort) | 3 Modelle: Inserate + SRED Verkäufe + Eigentümerdaten | 3 Minuten, Bericht per E-Mail | Kostenlos | Vierteljährlich automatisch | Ja, kostenloser Vor-Ort-Termin möglich |
| Comparis | Circa 30-40 (geschätzt) | Hauptsächlich aktive Inserate | Unter 5 Minuten | Kostenlos | Nicht automatisch | Nein, Vermittlung an Partner-Makler |
| Homegate | Circa 35-45 (geschätzt) | Eigene umfangreiche Inseratedatenbank | Wenige Minuten | Kostenlos | Nicht automatisch | Nein, Vermittlung an Makler |
| ImmoScout24 | Circa 30-40 (geschätzt) | Aktive Inserate auf Plattform | Wenige Minuten | Kostenlos | Nicht automatisch | Nein, Makler-Vermittlung |
| Lokaler Experte vor Ort | Alle relevanten Faktoren (individuell) | Vor-Ort-Besichtigung, Marktkenntnis, Vergleichsobjekte | Mehrere Tage bis Wochen | CHF 500 bis 2000 je nach Objekt | Nach Bedarf | Ist selbst der Experte |
Der Vergleich zeigt deutlich: Die Bandbreite reicht von schnellen Orientierungswerten auf Basis von Inseraten bis zu aufwendigen Gutachten durch zertifizierte Fachleute. Für die allermeisten Eigentümer, die eine fundierte Marktwerteinschätzung ohne sofortigen Verkaufsabsicht benötigen, bieten die kostenlosen Online-Tools eine pragmatische Lösung – sofern die methodische Qualität stimmt.
Wo die Unterschiede wirklich zählen : Analyse nach Kriterien
Hinter der simplen Benutzeroberfläche verbergen sich fundamentale methodische Unterschiede, die direkten Einfluss auf die Präzision der Schätzung haben. Die folgenden Analyseebenen zeigen auf, wo sich Bewertungstools objektiv messbar unterscheiden – und welche Faktoren Sie bei der Auswahl priorisieren sollten.
Die Anzahl der analysierten Parameter ist kein Marketing-Argument, sondern ein direkter Indikator für Bewertungsqualität. RealAdvisor arbeitet mit 70 Kriterien – aufgeteilt in 20 immobilienbezogene Merkmale und 50 standortbezogene Faktoren. Zum Vergleich: Die meisten Wettbewerber berücksichtigen zwischen 30 und 40 Kriterien, wobei Standortfaktoren oft nur rudimentär abgebildet werden.
70 vs 30-40
Anzahl Bewertungskriterien: RealAdvisor im Vergleich zum Marktdurchschnitt

Welche Faktoren fehlen typischerweise bei vereinfachten Modellen? Häufig vernachlässigt werden:
- präzise ÖV-Erreichbarkeit (Gehminuten zur nächsten Haltestelle)
- Schulqualität im Einzugsgebiet
- Einkaufsmöglichkeiten im Umkreis von 500 Metern
- kommunale Steuersätze
- Lärmbelastung durch Strassen oder Flugverkehr
- Luftqualitätsmessungen
- Sonneneinstrahlung nach Ausrichtung
Jeder dieser Faktoren beeinflusst den Marktwert messbar – in begehrten Lagen um mehrere Prozentpunkte. Marktanalysen zeigen, dass hedonische Modelle mit über 50 Standortkriterien eine deutlich höhere Präzision erreichen als einfache Vergleichswertverfahren, die sich auf wenige Basisfaktoren beschränken.
Die Frage nach der Datenquelle ist zentral für die Bewertungsqualität – und hier liegt eine der häufigsten methodischen Schwachstellen vieler Tools. Plattformen, die ausschliesslich aktive Inserate analysieren, arbeiten mit Angebotspreisen, nicht mit tatsächlich realisierten Verkaufspreisen. Die Differenz zwischen Angebot und Transaktion variiert je nach Marktlage erheblich.
Vorsicht bei Angebotspreisen als einziger Datenquelle
Tools, die nur aktive Inserate auswerten, überschätzen oft um fünf bis 15 Prozent, da Angebotspreise systematisch höher liegen als tatsächliche Verkaufspreise. Prüfen Sie, ob das gewählte System Verkaufsdaten aus dem Swiss Real Estate Datapool integriert – nur diese Transaktionsdaten bilden die reale Preisbildung am Markt ab.
Mit drei kombinierten Datenmodellen (aktive Inserate, tatsächliche Verkaufsdaten aus dem Swiss Real Estate Datapool und von Eigentümern deklarierte Informationen) reduziert RealAdvisor methodische Verzerrungen, die bei Einzelquellen unvermeidbar sind. Dieser Multi-Modell-Ansatz erfasst sowohl das aktuelle Angebot als auch die realen Transaktionspreise sowie qualitative Besonderheiten einzelner Objekte.
Gemäss den vom HEV Schweiz zusammengefassten BFS-Marktdaten verteuerten sich Einfamilienhäuser innert Jahresfrist um 5,1 Prozent, Eigentumswohnungen sogar um 5,4 Prozent. Solche Dynamiken erfassen nur jene Systeme zeitnah, die ihre Datenbanken kontinuierlich aktualisieren – nicht Tools, die auf historische Durchschnittswerte der vergangenen zwei bis drei Jahre zurückgreifen.
Regionale Unterschiede verschärfen dieses Problem zusätzlich. In Zürich, Zug oder Basel entwickeln sich Preise oft anders als in ländlichen Kantonen. Wer beispielsweise Immobilienpreise in Zürich präzise abbilden möchte, benötigt Datenquellen mit ausreichender regionaler Tiefe – pauschale Schweizer Durchschnittswerte führen zu systematischen Fehleinschätzungen.
Bei der praktischen Nutzung zählen drei Aspekte: Wie schnell erhalten Sie ein Ergebnis? Welche Kosten entstehen? Und können Sie die digitale Schätzung durch menschliche Expertise präzisieren lassen?
Eine Ersteinschätzung steht innerhalb von drei Minuten zur Verfügung – nach Eingabe der Grunddaten erhalten Sie einen detaillierten Bewertungsbericht per E-Mail. Comparis, Homegate und ImmoScout24 arbeiten mit ähnlicher Geschwindigkeit. Alle genannten Online-Tools sind in der Basisvariante kostenlos – ein entscheidender Vorteil gegenüber klassischen Gutachten, die je nach Objektkomplexität zwischen 500 und 2000 Franken kosten.
Ein oft übersehener Unterschied betrifft die Aktualisierung. Das System von RealAdvisor sendet vierteljährlich automatisch eine aktualisierte Bewertung zu – ohne dass Sie erneut Daten eingeben müssen. Diese regelmässigen Updates ermöglichen es Ihnen, Marktentwicklungen zu verfolgen und den optimalen Verkaufszeitpunkt zu identifizieren. Die meisten Wettbewerber bieten keine automatischen Folgebewertungen an.
Der entscheidende Qualitätssprung entsteht jedoch durch die Möglichkeit zur Expertenverfeinerung. RealAdvisor bietet optional einen kostenlosen Vor-Ort-Termin mit einem lokalen Immobilienexperten an, der qualitative Faktoren analysiert, die kein Algorithmus erfassen kann: tatsächlicher Renovierungszustand, Aussichtsqualität, Lärmbelastung zu verschiedenen Tageszeiten, bauliche Mängel oder Potenzial für Erweiterungen. Dieser Hybridansatz kombiniert die Geschwindigkeit digitaler Systeme mit der qualitativen Tiefe menschlicher Fachkenntnis.
Welches Tool für welche Situation? Empfehlungen nach Profil
Die Frage nach dem besten Bewertungstool lässt sich nicht pauschal beantworten – sie hängt von Ihrem spezifischen Nutzungskontext ab. Ein Eigentümer, der ernsthaft verkaufen möchte, benötigt eine andere Lösung als jemand, der lediglich aus Neugier den aktuellen Marktwert seiner Liegenschaft erfahren will. Die folgenden Empfehlungen helfen Ihnen, das passende System für Ihre Situation zu identifizieren.
Ihr Profil entscheidet : Welches Tool passt zu Ihrer Situation?
- Sie planen einen Verkauf und benötigen maximale Präzision für Preisverhandlungen:
RealAdvisor mit 70 Bewertungskriterien und drei kombinierten Datenmodellen liefert die umfassendste digitale Schätzung. Nutzen Sie zusätzlich die Option zur kostenlosen Vor-Ort-Verfeinerung durch einen lokalen Experten, um qualitative Faktoren einzubeziehen. Bei aussergewöhnlichen Objekten (historische Bauten, grosse Villen, spezielle Lagen) bleibt ein vollständiges Gutachten durch einen zertifizierten Experten unverzichtbar.
- Sie möchten lediglich eine schnelle Orientierung ohne konkrete Verkaufsabsicht:
Comparis oder Homegate genügen für eine erste Marktwerteinschätzung. Die Ergebnisse basieren auf aktuellen Inseraten und liefern eine grobe Bandbreite. Bedenken Sie jedoch, dass diese Tools zur Überschätzung neigen, da sie hauptsächlich Angebotspreise analysieren – nicht tatsächliche Verkaufspreise.
- Sie sind Investor und benötigen detaillierte Daten für Renditeberechnungen:
RealAdvisor mit Zugang zu Verkaufsdaten aus dem Swiss Real Estate Datapool und regelmässigen vierteljährlichen Updates ermöglicht präzise Kalkulationen. Kombinieren Sie die digitale Bewertung mit einer Expertenberatung vor Ort, um auch steuerliche und rechtliche Aspekte abzuklären.
- Sie haben ein komplexes Objekt geerbt (historisches Gebäude, grosse Liegenschaft, besondere Lage):
Ein zertifizierter Immobilienexperte vor Ort ist unverzichtbar. Online-Tools können als Vorabschätzung dienen, um eine Grössenordnung zu kennen – die rechtsverbindliche Bewertung muss jedoch durch einen Fachmann erfolgen, der die spezifischen Besonderheiten Ihres Objekts beurteilen kann.
Die Marktbeobachtungen zeigen klar: Für standardisierte Wohnobjekte (Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen) in normalen Lagen liefern fortgeschrittene Online-Tools wie RealAdvisor eine Schätzgenauigkeit, die für die allermeisten Entscheidungen ausreicht. Erst bei aussergewöhnlichen Objekten oder rechtlich bindenden Bewertungen (Erbschaft, Scheidung, Finanzierung) wird ein klassisches Gutachten notwendig.
Häufige Fragen zu Online-Bewertungstools
Sind kostenlose Online-Bewertungen wirklich genau?
Die Genauigkeit hängt von der Methodik ab, nicht vom Preis. Fortgeschrittene Tools wie RealAdvisor, die über 70 Kriterien analysieren und mehrere Datenquellen kombinieren, erreichen bei Standardobjekten eine Präzision, die für Verkaufsentscheidungen ausreicht. Die Abweichung liegt typischerweise bei fünf bis zehn Prozent – verglichen mit einem vollständigen Gutachten durch einen Experten vor Ort. Einfachere Systeme, die nur 30 bis 40 Kriterien berücksichtigen und ausschliesslich Inseratedaten nutzen, weisen hingegen Abweichungen von bis zu 15 Prozent auf.
Wie schützen die Plattformen meine Daten?
Seriöse Bewertungstools in der Schweiz unterliegen den Datenschutzbestimmungen der DSGVO und des schweizerischen Datenschutzgesetzes. Ihre Adresse und Objektdaten werden verschlüsselt übermittelt und ausschliesslich für die Bewertung verwendet. Prüfen Sie vor der Nutzung die Datenschutzerklärung: Seriöse Anbieter verkaufen Ihre Daten nicht an Makler oder Dritte ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung. Bei RealAdvisor beispielsweise können Sie selbst entscheiden, ob Sie Kontakt durch lokale Experten wünschen.
Kann ich die Online-Schätzung für eine Bankfinanzierung nutzen?
Nein, Banken akzeptieren keine Online-Schätzungen als Grundlage für Hypotheken. Für Finanzierungsentscheide verlangen Kreditinstitute ein offizielles Bewertungsgutachten durch einen zertifizierten Experten. Die Online-Bewertung dient jedoch als wertvolle Orientierung, bevor Sie ein kostenpflichtiges Gutachten in Auftrag geben – sie hilft Ihnen, realistische Erwartungen zu entwickeln und Verhandlungsspielräume einzuschätzen.
Warum zeigt jedes Tool einen anderen Preis?
Die Unterschiede resultieren aus verschiedenen Methoden und Datenquellen. Ein Tool, das nur Inseratedaten analysiert, zeigt höhere Werte als eines, das tatsächliche Verkaufspreise berücksichtigt. Auch die Anzahl der Bewertungskriterien spielt eine Rolle: Systeme mit 70 Parametern erfassen Mikrostandort-Faktoren präziser als solche mit nur 30 Kriterien. Abweichungen von 10 bis 20 Prozent zwischen verschiedenen Tools sind normal – wählen Sie daher ein System, das transparent seine Methodik offenlegt und mehrere Datenquellen kombiniert.
Wann brauche ich trotzdem einen Experten vor Ort?
Kein Algorithmus kann qualitative Faktoren vollständig erfassen: tatsächlicher Renovierungszustand, Aussichtsqualität, versteckte Baumängel, Lärmbelastung zu verschiedenen Tageszeiten oder Potenzial für bauliche Erweiterungen. Bei aussergewöhnlichen Objekten (historische Bauten, grosse Grundstücke, besondere Lagen), rechtlich bindenden Bewertungen (Erbschaft, Scheidung) oder bei geplanten Investitionen über eine Million Franken sollten Sie zusätzlich zur digitalen Schätzung einen zertifizierten Immobilienexperten konsultieren. RealAdvisor bietet hierfür eine kostenlose Vor-Ort-Option an.
Wie oft sollte ich meine Immobilie neu bewerten lassen?
Bei aktiven Verkaufsabsichten empfiehlt sich eine vierteljährliche Aktualisierung, um Marktentwicklungen zeitnah zu erfassen – insbesondere in dynamischen Phasen wie 2025, wo die Preise innert Jahresfrist um über fünf Prozent gestiegen sind. RealAdvisor sendet automatisch alle drei Monate eine aktualisierte Schätzung. Eigentümer ohne konkrete Verkaufspläne profitieren von einer jährlichen Überprüfung, um langfristige Wertentwicklungen im Blick zu behalten und den optimalen Verkaufszeitpunkt nicht zu verpassen.
Die Wahl des richtigen Bewertungstools hängt weniger vom Preis als von der methodischen Qualität ab. Drei Faktoren entscheiden über die Zuverlässigkeit: die Anzahl analysierter Bewertungskriterien (ideal über 50), die Diversität der Datenquellen (Kombination von Inseraten und tatsächlichen Verkäufen) und die Aktualität der Marktdaten (regelmässige Updates statt historischer Durchschnitte).
Ihre 4 Prioritäten bei der Tool-Auswahl
- Prüfen Sie, wie viele Standortkriterien das Tool analysiert – mindestens 40 sollten es sein, optimal über 50
- Vergewissern Sie sich, dass tatsächliche Verkaufsdaten (Swiss Real Estate Datapool) integriert sind – nicht nur Inseratepreise
- Achten Sie auf automatische Aktualisierungen, um Marktentwicklungen zu verfolgen (vierteljährlich ideal)
- Nutzen Sie bei Verkaufsabsicht die Option zur Expertenverfeinerung vor Ort, um qualitative Faktoren einzubeziehen
Für Standardobjekte in normalen Lagen – Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen – bieten fortgeschrittene digitale Systeme mit Multi-Kriterien-Analyse heute eine Schätzgenauigkeit, die für fundierte Verkaufsentscheidungen ausreicht. Erst bei aussergewöhnlichen Liegenschaften oder rechtlich bindenden Bewertungen wird ein klassisches Gutachten durch einen zertifizierten Experten unverzichtbar.
Grenzen der Online-Bewertung
Online-Schätzungen ersetzen keine rechtsverbindliche Bewertung durch zertifizierte Experten. Algorithmen können qualitative Faktoren wie Renovierungszustand, Aussicht oder Lärmbelastung nur bedingt erfassen. Marktpreise unterliegen regionalen Schwankungen – angegebene Werte sind Näherungen. Jede Immobilie ist einzigartig, pauschale Vergleichswerte haben methodische Grenzen.
Explizite Risiken: Risiko der Unterbewertung bei Verkauf, wenn das Tool wichtige Alleinstellungsmerkmale nicht erfasst. Risiko der Überbewertung bei Kauf, wenn der Algorithmus lokale Nachfrageflauten nicht berücksichtigt. Risiko veralteter Daten, wenn die Plattform Marktänderungen der letzten Monate nicht integriert hat.
Empfehlung: Konsultieren Sie für rechtsverbindliche Bewertungen (Erbschaft, Scheidung, Finanzierung) einen zertifizierten Immobilienexperten (SVIT-Mitglied), Makler oder Notar.